Positionierung
Für wen sind Sie die erste Wahl? Warum Positionierung über alles andere entscheidet
Ein Eigentümer sitzt Ihnen im Erstgespräch gegenüber und fragt: „Warum sollte ich ausgerechnet Ihnen mein Haus anvertrauen?” Es ist die ehrlichste Frage im ganzen Geschäft. Und wenn Ihre Antwort so klingt, dass drei andere Makler im Ort sie genauso geben könnten — zuverlässig, erfahren, gut vernetzt, marktkennend — dann haben Sie in diesem Moment kein Vertriebsproblem. Sie haben ein Positionierungsproblem.
Dieser Beitrag vertieft einen der sieben Bereiche aus Maklerbüro strukturieren. Es ist bewusst der erste, denn die Positionierung schlägt auf alle anderen durch.
Warum die Position zuerst kommt
Positionierung heißt: wer Sie für wen sind und was Sie klar von anderen unterscheidet. Das klingt nach einer Marketingfrage, ist aber in Wahrheit die Grundlage, auf der Marketing und Vertrieb überhaupt erst wirken. Wer keine klare Position hat, wird durch mehr Marketing nicht sichtbarer — sondern austauschbarer. Sie werben dann lauter für ein Versprechen, das ohnehin niemand von den Nachbarn unterscheidet.
Genau hier liegt der Denkfehler, der so viele Maklerbüros Geld kostet. Bleiben die Anfragen hinter dem Aufwand zurück, lautet der Reflex „mehr Kanäle, mehr Budget, mehr Präsenz”. Aber ein unscharfes Versprechen wird durch Wiederholung nicht schärfer. Es wird nur teurer.
Seit 1991 führe ich mein eigenes Maklerbüro, und in über dreißig Jahren haben über 800 Makler von meiner Arbeit profitiert. Das Muster wiederholt sich fast überall: Wo die Position unscharf ist, arbeitet das Marketing gegen einen Widerstand, den keine Kampagne auflöst.
Woran Sie erkennen, dass die Position nicht trägt
Zwei ehrliche Prüffragen genügen. Erstens: Können Sie in einem einzigen Satz sagen, für welche Eigentümer Sie die erste Wahl sind? Zweitens: Würde Ihr Umfeld — Ihr Team, Ihre Bestandskunden — denselben Satz sagen? Wenn Sie bei einer der beiden zögern, ist die Position noch nicht da, wo sie hingehört.
Der Effekt ist unauffällig, aber teuer. Für Eigentümer sind Sie dann einer von vielen, und die Entscheidung fällt über den Preis, das Bauchgefühl oder den Zufall — selten über das, was Sie tatsächlich besser machen. Das erklärt oft, warum Marketing-Maßnahmen weniger einbringen, als sie kosten.
Der Hebel: schärfen, bevor Sie streuen
Schärfen Sie zuerst, wofür Sie die erste Wahl sind — eine klare Zielgruppe, ein klares Versprechen, in einem Satz. Erst dann lohnt sich die Frage nach den Kanälen.
Der beste Ausgangspunkt liegt nicht am Schreibtisch, sondern bei Ihren Kunden. Fragen Sie drei Bestandskunden, warum sie sich damals für Sie entschieden haben. In deren Worten steckt Ihre Position meist schon drin — konkreter und glaubwürdiger, als jede selbst formulierte Botschaft es je wäre. Positionierung wird nicht erfunden, sie wird freigelegt.
Woran Sie den Fortschritt messen
Ihre Position trägt, wenn drei Dinge zusammenkommen: Der Positionierungssatz existiert schriftlich, Ihr Team kann ihn wiedergeben, und er steht sichtbar auf Ihrer Website. Solange der Satz nur in Ihrem Kopf lebt, ist er noch keine Position — er ist eine Absicht.
Ihr erster Schritt ab Montag
Schreiben Sie den Satz „Wir sind die erste Wahl für … weil …” in zehn Varianten auf. Dann streichen Sie — so lange, bis eine übrig bleibt, die kein Wettbewerber in Ihrem Gebiet einfach unterschreiben könnte. Dieser eine Satz ist mehr wert als der nächste Marketingkanal. Denn er entscheidet, ob das, was danach kommt, überhaupt wirken kann.
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